
Leipzig 1857
- Großjena 1920
Max Klinger wird im Jahr 1857 geboren und verstirbt im Jahr1920. Klinger gilt als einer der letzten großen "Künstlerfürsten" und wird zu den bedeutendsten deutschen Künstlerpersönlichkeiten um 1900 gezählt. Sein Studium beginnt er 1874 an der Großherzoglichen Badischen Kunstschule in Karlsruhe. Jedoch wechselt er bereits im Jahr 1875 an die Königlichen Akademie der Künste in Berlin, dort studiert er folgend bei Karl Gussow. Sein Studium schließt er mit dem Prädikat "Außerordentlich" und der silbernen Medaille ab. Zu diesem Zeitpunkt lässt er sich vor allem von Adolph Menzel künstlerisch inspirieren, Klinger widmet sich besonders dessen Holzschnitte, Radierungen, Lithographien und Zeichnungen, seine Vignetten, Kopf- und Schlußstücke und Umrahmungen. Später im Jahr 1879 wird er in Brüssel Schüler von Emile Charles Wauters. Im anschließenden Jahr beschäftigt er sich in Berlin bereits intensiv mit den Illustrationsfolgen zu Amor und Psyche, Rettungen Ovidischer Opfer, Intermezzi, Eva und die Zukunft sowie die Vier Landschaften. Darüber hinaus folgen weitere Radierzyklen, die den numerierten Beititel Opus tragen. Folgend an seiner Berliner Zeit geht der Künstler nach Paris, dort erhält er von Julius Albers seinen ersten großen Auftrag über vierzehn Wandbilder für dessen Villa. Im selben Jahr zieht Klinger in sein eigenes Atelier in Paris ein und verschreibt sich in dieser Zeit, im Louvre, dem Studium der Werke Goyas, Daumiers und Puvis de Chavannes. In den folgenden Jahren begibt sich Klinger auf zahlreiche Bildungsreisen, er reist nach Italien, Brüssel, Paris, Griechenland, London und München. Zeitgleich steigt sein Interesse um die Plastik zusehends. In seiner Pariser Zeit schafft Klinger eines seiner Hauptwerke, das Urteil des Paris, dieses Gemälde vollendete er im Jahr 1887 in Berlin. Anschließend entstehen immer wieder neue Radierzyklen, darunter Eine Liebe, Vom Tode und die Brahmsphantasien. In seinen Leipziger Jahren 1895 bis 1906 widmet sich der Künstler hingegen weniger der Radiernadel, sondern fast ausschließlich bildhauerischen Arbeiten. So entstehen die Halbfiguren Salome und Kassandra, gefolgt von Christus im Olymp und zahlreiche andere Skulpturen. Max Klingers Schaffen strebt schließlich immer mehr nach einer Vereinigung aller Künste, nach dem Gesamtkunstwerk, in dem Plastik, Malerei, Architektur, Form, Farbe und Raum gleichen Anteil haben. Seine Idee des Gesamtkunstwerkes bildet stets die Grundlage für Klingers künstlerische Auseinandersetzung mit der Literatur, Skulptur, Malerei und Zeichnung sowie seinem Interesse an der Musik. In seinem umfangreichen Schaffen betont er zudem den hohen Stellenwert der grafischen Künste und fördert den künstlerischen Dialog seiner Zeit. Zahlreiche Auszeichnungen (u.a. Ritter des Ordens Pour le mérite, Ehrenmitglied der Stockholmer Akademie) belegen nicht nur Max Klingers Erfolg sondern sind Indiz für seine Rolle als Wegbereiter der modernen Kunst in Deutschland. Seine Kunst ist stilistisch zwischen Jugendstil und Symbolismus angesiedelt und ist uns heute vor allem mit seinen traumbildnerischen Grafikzyklen und schon zu Lebzeiten viel diskutierten Skulpturen, wie dem "Beethoven" bekannt.